Direkt zum Hauptbereich

Suchen

Aufstehen, Tee trinken, ins Bett gehen. Manchmal kommt es mir vor, als spiele das Leben ohne mich. Ich versumpfe in den immer gleichen Routinen, die zwar Halt geben, aber eben wenig Spannung. Was ich vermisse, ist das Prickeln: Das Kitzeln, das unvorhergesehene, das Flämmchen, der Funke. Auch gern in Form einer glühenden Kippe. Das ist mein kleiner Ausbruch. Meine kleine Pause von "der Realität" des Erwachsenseins (in das ich mich langsam, wohl oder übel, füge). Feuer einatmen, Rauch ausatmen. Brennen in der Lunge. Einfluten im Kopf. 
Mila, eine süße, aber seeehr lebendige Begleitung


Wer kann und vor allem wer will immer vernünftig sein? Stark, arbeitsam und so vernünftig, dass die Rentenversicherung Prämien schickt? Um ehrlich zu sein: Ich. Manchmal. Wenn ich denke, dass, wenn ich nur genug mache, vor zwölf ins Bett gehe, meine Pflichten erledige und nicht zu viel Geld ausgebe, dass dann alles gut wird. Dass ich mich endlich aufgehoben fühle und eingebettet. Dass ich endlich meinen Platz in der Gesellschaft finde. Durch Vernunft. Haha. Vernunft hat zwar schon zu Nobelpreisen geführt, aber mollig warm einkuscheln kann man sich in sie doch nicht so gut. 

So suche ich weiter - nach Inspiration und Ideen, nach Menschen und Orten, die gut riechen und sich gut anfühlen, und nach meinem Platz. Wie ich ihn erkenne, das weiß ich nicht. Vielleicht findet er mich von selbst. Let's hope. 

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Der Rahmen unserer Möglichkeiten

Ja, es ist heiß. Was mich aber viel mehr beunruhigt als die momentane Hitze ist, wofür sie steht. Wir haben es oft gehört in den letzten Tagen: Das sind Auswüchse des Klimawandels. Das ist erst der Anfang. Wer nicht vorher schon Angst vor der Zukunft hatte, dürfte sie jetzt haben. Wie damit umgehen?  Klar, ich kann im eigenen Nahfeld etwas anstoßen oder mich einer Bewegung anschließen. Urban Gardening betreiben, Klimastreiks organisieren, für die Begrünung von Asphaltflächen im Stadtrat plädieren. Die begrenzte Wirkung ist mir dabei jedoch immer klar.  Ich kann gut nach mir selbst schauen und mir eine so erfreuliche Zeit wie möglich auf dieser Erde machen. Aber das führt, bei mir zumindest, zu noch mehr Schuldgefühlen: Ich lebe auf dicker Sohle, verbrauche Ressourcen und Andere leiden. Ja, auch ich will ein Gutmensch sein (wenn das denn möglich ist).  Vom Wählen fange ich nicht an, das sollte selbstverständlich sein.  Also was dann? All die Schreckensberichte und Sze...

Septemberbeobachtungen

 Der September hat begonnen - da erzähle ich euch nix Neues - und mit ihm habe ich ein paar auch nicht ganz neue Beobachtungen gemacht:  - Die Septemberdepression kündigt sich an. Die hat weniger mit dem Ende des Sommers selbst als mit dem Ende der leichten, vermeintlich sorglosen Zeit und den Ferien (für die, die sie haben) zu tun. Das Leben und seine Anforderungen scheinen auf einmal wieder ernster und drängender.  - Gesprächsfetzen: "Keinen Bock habe ich ja schon lange nicht mehr."   - Verletzlichkeit einzufordern ist leichter, als sie selbst zuzulassen. Wenn Veretzlichkeit zu zeigen uns bei Anderen nötig und vielleicht auch einfach erscheint, so hat das vielleicht damit zu tun, dass 1. wir nicht das ganze Bild der dahinterliegenden Prozesse und Ängste sehen und 2. die betreffende Info oder das Gefühl, das gezeigt werden soll, für uns leichter und unproblematischer, unbesetzter ist als für die Person selbst.  - Empfindungen von Schönheit sind sehr subjek...

Wer entscheidet?

Überlegungen, wie ich meinen Feierabend gestalte. Was ich nicht denke: "Oh, eine reizvoll klingende Veranstaltung. Da gehe ich mal hin." Was ich stattdessen denke: "Oh, da könnte ich mich blamieren/niemanden kennen/keinen Spaß haben/den Ort nicht finden/zu müde sein/es nicht hinkriegen/..... Besser nicht."  Wer hat hier die Entscheidung getroffen? Ich oder die Angst?   Wie oft treffe ich Entscheidungen aus Angst? Mit dem Ziel, etwas Unangenehmes zu vermeiden anstatt etwas Erstrebenswertes zu erreichen. Nicht getrieben von Neugier, Lust oder Bedürfnis nach Wachstum, sondern aus einer Sorge heraus, dass die Entscheidung ungemütliche bis schmerzhafte oder schlimme Auswirkungen hat.  Dabei geht es mir hier noch nicht mal darum, wie realistisch diese Auswirkungen sind. Sondern darum, was meinen Weg bestimmt. Wer auf dem Fahrersitz sitzt. Wieviel Raum räume ich eigentlich diesem ängstlichen Teil meines Ichs ein, dass es an entscheidenden Stellen die Führung übernimmt? So ...