Bin ich allein, fühle ich mich einsam. Bin ich unter Menschen, dann sehne ich mich nach dem Alleinsein. Ja, was denn nun? Dröseln wir das mal auseinander. Ich vermische hier nämlich zwei Sachen: Zum Einen der Mangel an Kontakt und die Sehnsucht danach. Zum Anderen meinen eigenen Wert, der sich vermeintlich an der Gesellschaft, in der ich mich befinde, bemisst. Stimmt das? Bin ich nur etwas wert, wenn ich mit Anderen zusammen bin? Geben die mir wert? Es scheint, ohne den Stempel "geprüft und auf gut befunden" von Anderen existiere ich nicht. Dem kann ich begegnen, indem ich mich bewusst dem Alleinsein aussetze und schaue, was passiert. Klar, erst kommt die Entwertung und die Scham dafür, offenbar nicht liebenswert genug zu sein, dass jemand seine kostbare Zeit mit mir verbringen möchte. Im zweiten Schritt (und nach einigen Runden des Grübelns) fange ich an, danach zu suchen, was ich denn eigentlich alleine so anstellen könnte. Dann merke ich, dass mein Glück und Wohl, der Spa...
Ich bin müde des Suchens, des immer wieder Versuchens. Immer wieder die Hoffnung: Vielleicht klappt es ja diesmal. Obwohl die Empirie dagegen spricht. Ignoriere ich das, um die Hoffnung aufrechtzuerhalten? Mit jedem Mal, mit dem ich ein Dokument öffne und zu schreiben versuche, bröckelt ein kleines Stückchen dieser Hoffnung ab. Bis irgendwann nur noch ein mickriger Kern bleibt. Der muss reichen. Mit jedem Menschen, den ich treffe auf der Suche nach einer menschlichen Verbindung und der doch etwas zu anders ist, um unsere Wellenlängen aneinander anzugleichen, bröckelt die Hoffnung. Okay. Dann halt nicht. Das Prinzip Hoffnung finde ich theoretisch auch sehr wichtig. Wo kommen wir hin, als Gesellschaft und als Individuen, wenn wir keine Ideen für die Zukunft haben? Wir brauchen die Zuversicht, dass es klappen kann , um überhaupt aktiv zu werden. Aber meine Hoffnung zementierte sich irgendwann zu einer Erwartung, und die ist deutlich unflexibler und anspr...