Ich bin müde des Suchens, des immer wieder Versuchens. Immer wieder die Hoffnung: Vielleicht klappt es ja diesmal. Obwohl die Empirie dagegen spricht. Ignoriere ich das, um die Hoffnung aufrechtzuerhalten? Mit jedem Mal, mit dem ich ein Dokument öffne und zu schreiben versuche, bröckelt ein kleines Stückchen dieser Hoffnung ab. Bis irgendwann nur noch ein mickriger Kern bleibt. Der muss reichen. Mit jedem Menschen, den ich treffe auf der Suche nach einer menschlichen Verbindung und der doch etwas zu anders ist, um unsere Wellenlängen aneinander anzugleichen, bröckelt die Hoffnung. Okay. Dann halt nicht. Das Prinzip Hoffnung finde ich theoretisch auch sehr wichtig. Wo kommen wir hin, als Gesellschaft und als Individuen, wenn wir keine Ideen für die Zukunft haben? Wir brauchen die Zuversicht, dass es klappen kann , um überhaupt aktiv zu werden. Aber meine Hoffnung zementierte sich irgendwann zu einer Erwartung, und die ist deutlich unflexibler und anspr...
Es herrscht Konsens: Körper sind politisch. Köpfe sind es aber auch. Wer bin ich, wenn ich keine Leistung bringe? Wie viel wert ist jemand, der nicht ganz so helle ist (dazu zähle ich mich)? Haben Menschen nur ein Recht auf Anerkennung, wenn sie schlau sind? Wenn "schlau" bedeutet, überdurchschnittlich intelligent zu sein, kann qua definitionem nur ein Teil der Bevölkerung schlau sein. Was ist mit dem Rest? Schauen wir auf die bzw. uns herab? Ist das das Fußvolk? Ich bin nicht die scharfste Klinge im Messerblock. Dafür kann ich nichts. Trotzdem würde ich gerne ein auskömmliches Leben führen und allgemein respektiert werden. Ich bin sicher, das trifft auf jeden zu. Warum also tragen wir diese Meritokratie mit? Leistungsträger verdienen nicht mehr und nicht weniger, respektiert und anerkannt zu werden als jede:r andere auch. Sie mögen viel leisten für diese Gesellschaft. Aber tut das nicht jede:r? Sich um seine Nächsten zu kümmern, Kunst zu machen, Dinge zu reparieren - all d...