Wer bist du, wenn keiner hinschaut? Wir denken, wir kennen uns selbst. Wer wir sind, was wir mögen, denken, was uns wichtig ist und was uns auf die Palme bringt (eine Leiter? höhö). Mehr als einmal war ich jedoch verblüfft, weil mein Verhalten so gar nicht übereinstimmte mit diesen (angenommenen) Werten. Bin ich gar nicht die, für die ich mich halte? Ich könnte jetzt etwas daherlabern von der Komplexität und Vielseitigkeit des Menschen und wie wenig er in Schablonen gepresst werden kann, aber das bringt uns wohl kaum weiter. Denn eigentlich sind wir doch nicht so irre mysteriös, wie wir uns gern einreden. Ich glaube eher, es gibt Seiten, die sehen wir nicht. Einige davon wollen wir nicht sehen. Andere davon sind neu, noch nicht ganz fassbar oder irrational. Darum blenden wir sie aus, weil wir gerne ein kohärentes und rechtfertigbares Selbstbild haben möchten. Schließlich kommt es im Außen ja gar nicht gut an, wenn wir uns unlogisch verhalten oder Widersprüche zeigen. Was, du trägs...
Angst ist kein guter Berater. Sie wird uns raten, zu bleiben, wo wir sind und ja nichts zu wagen. Auch wenn ein Wagnis oder eine Veränderung uns frei und froh machen würde. Angst ist keine gute Motivation. Etwas nur zu tun aus Furcht vor Bestrafung, Abwertung oder anderen unangenehmen Konsequenzen verleidet uns nicht nur die Tätigkeit, sondern richtet sie auf ein einziges Ziel aus. So sehen wir nicht die potenziellen positiven (Neben)Effekte: Freude am Tun, Stolz, Lernen. Angst hält uns klein. Wir begehren nicht auf oder sagen unsere Meinung, wenn wir fürchten, dafür getadelt oder abgewertet zu werden. Das verhindert, für unsere Meinung respektiert zu werden, und manchmal schon die Meinungsbildung selbst. Angst beschneidet unsere Kreativität. Wir denken nicht frei, außerhalb des Rahmens. Schade eigentlich. Was wäre aus Frida Kahlo geworden, hätte sie sich nicht zugestanden, frei zu denken? Angst sieht Probleme oder schafft sie. Angst vor Nicht-Gefallen beei...