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Hoffnung und ihr Bröckeln

 Ich bin müde des Suchens, des immer wieder Versuchens. Immer wieder die Hoffnung: Vielleicht klappt es ja diesmal. Obwohl die Empirie dagegen spricht. Ignoriere ich das, um die Hoffnung aufrechtzuerhalten? 

Mit jedem Mal, mit dem ich ein Dokument öffne und zu schreiben versuche, bröckelt ein kleines Stückchen dieser Hoffnung ab. Bis irgendwann nur noch ein mickriger Kern bleibt. Der muss reichen. 

Mit jedem Menschen, den ich treffe auf der Suche nach einer menschlichen Verbindung und der doch etwas zu anders ist, um unsere Wellenlängen aneinander anzugleichen, bröckelt die Hoffnung. Okay. Dann halt nicht.  

Das Prinzip Hoffnung finde ich theoretisch auch sehr wichtig. Wo kommen wir hin, als Gesellschaft und als Individuen, wenn wir keine Ideen für die Zukunft haben? Wir brauchen die Zuversicht, dass es klappen kann, um überhaupt aktiv zu werden. 

Aber meine Hoffnung zementierte sich irgendwann zu einer Erwartung, und die ist deutlich unflexibler und anspruchsvoller als die beschwingte, nette, etwas verpeilte und "ergebnisoffene" Hoffnung. 
Ich wünsche mir nicht nur, ich will. Ich suche. Ich strebe und ... verzweifle. 

Nahe liegt die Frage: Liegt es an mir? Ja, mit Sicherheit, auch. Bis zu welchem Grad kann ich mich und die Situation verändern? Wo beginnt Verbiegen und Selbstverleugnung? Sollte ich eher ein Gummiband sein und weniger eine Eisenstange? Hyperflexibel, für alles offen, schauen, was wird...?

Die permanente Anpassung, das Zurückstecken und Runterschlucken - nicht meine Stärke. Wenn das heißt, dass sich Hoffnungen (und Erwartungen) nicht erfüllen, dass ich weiter alleine durch die Lande tingle und das Dokument wenig nach Wissenschaft, aber dafür nach mir klingt - dann nehme ich das in Kauf.  


 

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