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Mit Hüftschwung zur großen Liebe

Da heute sämtliche soziale Netzwerke voll sind von 1) süßen Liebesschwüren und 2) frustrierten Anti-Valentinstags-Posts, werde ich nun auch meinen Senf zu diesem anscheinend alles dominierenden Thema ab. Das Verhältnis der Geschlechter zueinander kennzeichnet sich im Gegensatz zum europäischen vor allem durch mangelnde Diskretion. Der Vorgang beim Erobern des gewählten Weibchens läuft in etwa so ab:
  1. Fest/Party/Bar besuchen (besonderes Styling beim Männchen nicht nötig, Frau gerne eng, kurz und knallig)
  2. Auswahl scannen, Beratung durch Kumpels
  3. Blickkontakt mit dem gewünschten Exemplar aufnehmen (dieser Schritt kann auch übersprungen werden)
  4. Weibchen auf ein alkoholisches Getränk einladen
  5. Schritt 4 beliebig oft wiederholen
  6. Weibchen zum (Paarungs-) Tanz auffordern, dabei wichtige Daten herausfinden
  7. wenn nötiger Alkoholpegel erreicht, fragen, ob man die Lokalität mal verlassen könne, um „ein bisschen zu reden“
  8. – überlasst eurer Fantasie freien Lauf-

Was hierzu nicht zwingend nötig ist:
  1. Single zu sein
  2. charmant zu sein
  3. nüchtern zu sein
  4. es vorher nicht schon bei drei anderen versucht zu haben

Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass das ganze Verfahren schon seinen Reiz hat. Man lernt nicht nur deutlich schneller und einfacher Menschen kennen, sondern spart sich auch viel emotional belastenden Vor-Firlefanz.
Leider bin ich, wie in vorherigen Posts bereits erwähnt, nicht so der Champ im Paartanz. Das ist aber auch kein Ponyreiten, denn es gibt –unter vielen weiteren-:
  1. Cumbia: entweder drei Schritte nach vorne, Hüfte hoch, wiederholen, oder aber ein für die Waden herausforderndes Stolper-Hink-Hüpfen
  2. Bachata: zwei Schritte zur Seite, Hüfte hoch, wiederholen
  3. Merengue: meiner Meinung nach unkontrolliertes, flottes Umeinander-Herum-Tänzeln
  4. Reggaeton: obszön angehauchtes, sehr körperliches Voreinander-in-die-Hocke-Gehen
  5. Salsa: Keine Ahnung.
-         das Ganze natürlich mit Drehungen und Figuren, da hört es bei mir allerdings auf-


Immer wieder rätsele ich, woher so gut wie alle Südamerikaner bei der entsprechenden Musik sofort wissen, was zu tun ist, und das dann so formvollendet klappt, dass man es für einstudiert halten könnte. Nehmen die Eltern ihre Sprösslinge mit fünf Jahren zur Seite und geben eine Tanzstunde? Auch scheint in den bolivianischen Genen die Voraussetzung für ein Gelee angelegt zu sein, das in den Hüften enthalten ist und diese in geschmeidigster Art kreisen und schwingen lässt. Kann mir das einer von euch beantworten? Werden diese Fragen nicht geklärt, muss ich davon ausgehen, dass ich auf dem neudeutsch „Dancefloor“ einfach der komplette Trottel bin. Über Hinweise wäre ich sehr dankbar. 

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