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Wonne

Manchmal kommt Freude subtil. Spielt nicht mit fulminantem Orchester auf, sondern zupft still und heimlich im Hintergrund die Saiten einer Harfe.
Manchmal liegt sie in einer saftig grünen Wiese, einem Vogelzwitschern, einer Baumkrone im Schein des kupferfarbenen Abendlichts. In einem Gitarrenspieler im Park, der sich hingebungsvoll seinem Instrument widmet und damit nicht nur die Saiten, sondern auch etwas in uns, seinen Zuhörern, zum Schwingen bringt.
Manchmal liegt Frieden auch in der Abwesenheit von etwas: Lärm, Druck, Vorgaben, Geschwindigkeit, Angst oder Sorgen.
In manchen Momenten legt sich stille Dankbarkeit wie eine weiche Decke über mich. Dankbarkeit für das Leben und die Menschen darin, die ihm Farbe geben.
Eine Wonne, so unerwartet und überraschend, die mit Gram versöhnt, keine Zeit und keinen Ort kennt.Für den, der derlei noch nie genoss, mag das esoterisch klingen. Wenn dich die stille Wonne ereilt, wirst du wissen, was ich meine.
Verstecken kann sie sich überall: Im Zug nach Hause, auf einer Parkbank, unter der Bettdecke. In Worten, Melodien, Gerüchen. Beim Aufwachen oder nach einem langen erschöpfenden Tag.
Sie summt, leise. Lässt die Sinne beben und die Fußsohlen kribbeln.
Vielleicht nur für einen Moment.
Einen wohligen Moment.

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