Es herrscht Konsens: Körper sind politisch. Köpfe sind es aber auch. Wer bin ich, wenn ich keine Leistung bringe? Wie viel wert ist jemand, der nicht ganz so helle ist (dazu zähle ich mich)?
Haben Menschen nur ein Recht auf Anerkennung, wenn sie schlau sind? Wenn "schlau" bedeutet, überdurchschnittlich intelligent zu sein, kann qua definitionem nur ein Teil der Bevölkerung schlau sein. Was ist mit dem Rest? Schauen wir auf die bzw. uns herab? Ist das das Fußvolk?
Ich bin nicht die scharfste Klinge im Messerblock. Dafür kann ich nichts. Trotzdem würde ich gerne ein auskömmliches Leben führen und allgemein respektiert werden. Ich bin sicher, das trifft auf jeden zu. Warum also tragen wir diese Meritokratie mit? Leistungsträger verdienen nicht mehr und nicht weniger, respektiert und anerkannt zu werden als jede:r andere auch. Sie mögen viel leisten für diese Gesellschaft. Aber tut das nicht jede:r? Sich um seine Nächsten zu kümmern, Kunst zu machen, Dinge zu reparieren - all das tun Menschen täglich, und zwar nicht nur die vermeintlichen Leistungstragenden.
Jede:r von uns hat eine (oder mehrere) Gabe(n), kann etwas, was sonst niemand kann. Oder: ist, wie sonst niemand ist. Schätzen wir das wert? Ohne diese Gabe würde schließlich etwas fehlen. Was wären wir ohne Dad-Jokes, ohne fetzige Pop-Playlists, das schallendste Gelächter, die geduldigste Zuhörerin, einen sicheren Autofahrer oder die unterhaltsamste Schreiberin? Ganz schön arm wären wir. Wogegen Intellekt so gar nichts tun kann.
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