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Keine Angst

Angst ist kein guter Berater. Sie wird uns raten, zu bleiben, wo wir sind und ja nichts zu wagen. Auch wenn ein Wagnis oder eine Veränderung uns frei und froh machen würde. 

Angst ist keine gute Motivation. Etwas nur zu tun aus Furcht vor Bestrafung, Abwertung oder anderen unangenehmen Konsequenzen verleidet uns nicht nur die Tätigkeit, sondern richtet sie auf ein einziges Ziel aus. So sehen wir nicht die potenziellen positiven (Neben)Effekte: Freude am Tun, Stolz, Lernen. 

Angst hält uns klein. Wir begehren nicht auf oder sagen unsere Meinung, wenn wir fürchten, dafür getadelt oder abgewertet zu werden. Das verhindert, für unsere Meinung respektiert zu werden, und manchmal schon die Meinungsbildung selbst. 

Angst beschneidet unsere Kreativität. Wir denken nicht frei, außerhalb des Rahmens. Schade eigentlich. Was wäre aus Frida Kahlo geworden, hätte sie sich nicht zugestanden, frei zu denken?  

Angst sieht Probleme oder schafft sie. Angst vor Nicht-Gefallen beeinträchtigt das Anbahnen einer echten Beziehung. Befürchtet Zurückweisung, wo Offenheit oder gar Wohlwollen ist. Menschen horten aus Angst, kaufen sich Waffen, wählen autoritäre Parteien. Bleiben allein, statt sich zu verbünden und schweigen, wenn es gälte, für sich oder jemand anderen zu sprechen. 

Können wir die Angst Angst sein lassen und denken und handeln, als gäbe es sie nicht? Dafür gibt es Vorbilder: Widerstand im KZ, Opposition gegen autoritäre Regimes, Bruch von Normen (z.B. der, Karriere machen zu sollen) oder die Äußerung gewagter Thesen. Wo wären wir ohne viele Mutige, die für das bis dato Unvorstellbare gekämpft haben? Überlassen wir der Angst nicht das Feld.  

 

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