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Flughöhe

Auf einmal ist alles weit weg. Ich sehe die Dinge, mein Leben, in dem ich neulich noch so feststeckte, von oben. Vielleicht noch nicht aus dem Adlerblick. Dazu muss ich noch etwas höher steigen. Aber mit einer gehörigen Distanz. So sieht alles gar nicht mehr so einschüchternd aus. Hitze? Ja, doch der Winter kommt bestimmt. Schlecht geschlafen? Umso schneller lullt mich die Müdigkeit in der folgenden Nacht in den Schlaf. Aufregung bei der Arbeit? Nur ein Wirbel in einem winzigen Mikrokosmos. 

Wir alle sind Ameisen in einem riesigen Haufen, aber selten können wir das so sehen. Meistens sind wir zu verstrickt im Klein-Klein des Alltags, um eine Perspektive auf das Große Ganze zu haben. Dieses Eingewobensein hat auch eine Funktion: Uns Halt zu geben und eine Aufgabe und uns nicht jeden Tag aufs Neue die großen Fragen des Lebens zu stellen. Wofür ist das gut? Wo gehen wir hin? Was ist unsere Rolle? 

Fliegen macht leicht und frei, aber Abstürzen immer möglich. Fliegen mit Sicherheitsgurt geht nicht. Kann ich mit der permanenten Absturzgefahr leben? Oder muss ich die Flughöhe verringern, ein Sicherheitsnetz spannen und die Bauchlandung üben? Wie viel Freiheitswille, wie viel Wagemut und wieviel Sicherheitsbedürfnis habe ich? Ich werde es herausfinden.  

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Ja, es ist heiß. Was mich aber viel mehr beunruhigt als die momentane Hitze ist, wofür sie steht. Wir haben es oft gehört in den letzten Tagen: Das sind Auswüchse des Klimawandels. Das ist erst der Anfang. Wer nicht vorher schon Angst vor der Zukunft hatte, dürfte sie jetzt haben. Wie damit umgehen?  Klar, ich kann im eigenen Nahfeld etwas anstoßen oder mich einer Bewegung anschließen. Urban Gardening betreiben, Klimastreiks organisieren, für die Begrünung von Asphaltflächen im Stadtrat plädieren. Die begrenzte Wirkung ist mir dabei jedoch immer klar.  Ich kann gut nach mir selbst schauen und mir eine so erfreuliche Zeit wie möglich auf dieser Erde machen. Aber das führt, bei mir zumindest, zu noch mehr Schuldgefühlen: Ich lebe auf dicker Sohle, verbrauche Ressourcen und Andere leiden. Ja, auch ich will ein Gutmensch sein (wenn das denn möglich ist).  Vom Wählen fange ich nicht an, das sollte selbstverständlich sein.  Also was dann? All die Schreckensberichte und Sze...

Wer entscheidet?

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