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Flughöhe

Auf einmal ist alles weit weg. Ich sehe die Dinge, mein Leben, in dem ich neulich noch so feststeckte, von oben. Vielleicht noch nicht aus dem Adlerblick. Dazu muss ich noch etwas höher steigen. Aber mit einer gehörigen Distanz. So sieht alles gar nicht mehr so einschüchternd aus. Hitze? Ja, doch der Winter kommt bestimmt. Schlecht geschlafen? Umso schneller lullt mich die Müdigkeit in der folgenden Nacht in den Schlaf. Aufregung bei der Arbeit? Nur ein Wirbel in einem winzigen Mikrokosmos. 

Wir alle sind Ameisen in einem riesigen Haufen, aber selten können wir das so sehen. Meistens sind wir zu verstrickt im Klein-Klein des Alltags, um eine Perspektive auf das Große Ganze zu haben. Dieses Eingewobensein hat auch eine Funktion: Uns Halt zu geben und eine Aufgabe und uns nicht jeden Tag aufs Neue die großen Fragen des Lebens zu stellen. Wofür ist das gut? Wo gehen wir hin? Was ist unsere Rolle? 

Fliegen macht leicht und frei, aber Abstürzen immer möglich. Fliegen mit Sicherheitsgurt geht nicht. Kann ich mit der permanenten Absturzgefahr leben? Oder muss ich die Flughöhe verringern, ein Sicherheitsnetz spannen und die Bauchlandung üben? Wie viel Freiheitswille, wie viel Wagemut und wieviel Sicherheitsbedürfnis habe ich? Ich werde es herausfinden.  

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