Direkt zum Hauptbereich

Statt Fußbodenheizung

Wenn der Herbst schon kommt, dann will ich ihn wenigstens ausgekostet haben. Nicht mal angetippt, sondern die Nase voll ins feuchte Laub gesteckt haben. Wenn sie nicht gestorben ist, dann gammelt sie jetzt noch darin. 
Während die letzten Sonnenstrahlen des Jahres einfallen, in schrägem Winkel und mit gebrochener Kraft, die Abende schon kühl und die Morgen feucht sind, ist der Sommer klammheimlich abgehauen. Ciao, bis nächstes Jahr, ich bin dann im Süden, hasta pronto. Oder auch nicht. Denn bis die Waden wieder an die Luft dürfen, wird nun ein gutes oder auch nicht gutes halbes Jahr vergehen. 
Grund genug, den Kopf im Sand und sich selbst in drei Decken zu stecken und sichs so richtig gut gehen zu lassen. So richtig. Mit allem, was dazu gehört. Warme Wanne. RomKom. Zehnstündige Nachtruhe. Vom Sofa ins Bett und wieder zurück. Nachrichten aus, Leselampe an. Sorgen einmotten, allzu ambitionierte Vorhaben - Masterarbeiten, Zukunftspläne oder die großen Fragen nach Liebe und Lust - ebenfalls. Ciao, bis nächstes Jahr. 
Ich will mich nicht jetzt schon von einem Wintertief durchschlauchen lassen, also betreibe ich Vorsorge und pack mein Herz dick und gaskrisenfest ein. Habt ihr Tipps, wie ihr den Winter ausquartiert? Ich wäre interessiert. 

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Der Rahmen unserer Möglichkeiten

Ja, es ist heiß. Was mich aber viel mehr beunruhigt als die momentane Hitze ist, wofür sie steht. Wir haben es oft gehört in den letzten Tagen: Das sind Auswüchse des Klimawandels. Das ist erst der Anfang. Wer nicht vorher schon Angst vor der Zukunft hatte, dürfte sie jetzt haben. Wie damit umgehen?  Klar, ich kann im eigenen Nahfeld etwas anstoßen oder mich einer Bewegung anschließen. Urban Gardening betreiben, Klimastreiks organisieren, für die Begrünung von Asphaltflächen im Stadtrat plädieren. Die begrenzte Wirkung ist mir dabei jedoch immer klar.  Ich kann gut nach mir selbst schauen und mir eine so erfreuliche Zeit wie möglich auf dieser Erde machen. Aber das führt, bei mir zumindest, zu noch mehr Schuldgefühlen: Ich lebe auf dicker Sohle, verbrauche Ressourcen und Andere leiden. Ja, auch ich will ein Gutmensch sein (wenn das denn möglich ist).  Vom Wählen fange ich nicht an, das sollte selbstverständlich sein.  Also was dann? All die Schreckensberichte und Sze...

Wer entscheidet?

Überlegungen, wie ich meinen Feierabend gestalte. Was ich nicht denke: "Oh, eine reizvoll klingende Veranstaltung. Da gehe ich mal hin." Was ich stattdessen denke: "Oh, da könnte ich mich blamieren/niemanden kennen/keinen Spaß haben/den Ort nicht finden/zu müde sein/es nicht hinkriegen/..... Besser nicht."  Wer hat hier die Entscheidung getroffen? Ich oder die Angst?   Wie oft treffe ich Entscheidungen aus Angst? Mit dem Ziel, etwas Unangenehmes zu vermeiden anstatt etwas Erstrebenswertes zu erreichen. Nicht getrieben von Neugier, Lust oder Bedürfnis nach Wachstum, sondern aus einer Sorge heraus, dass die Entscheidung ungemütliche bis schmerzhafte oder schlimme Auswirkungen hat.  Dabei geht es mir hier noch nicht mal darum, wie realistisch diese Auswirkungen sind. Sondern darum, was meinen Weg bestimmt. Wer auf dem Fahrersitz sitzt. Wieviel Raum räume ich eigentlich diesem ängstlichen Teil meines Ichs ein, dass es an entscheidenden Stellen die Führung übernimmt? So ...

Septemberbeobachtungen

 Der September hat begonnen - da erzähle ich euch nix Neues - und mit ihm habe ich ein paar auch nicht ganz neue Beobachtungen gemacht:  - Die Septemberdepression kündigt sich an. Die hat weniger mit dem Ende des Sommers selbst als mit dem Ende der leichten, vermeintlich sorglosen Zeit und den Ferien (für die, die sie haben) zu tun. Das Leben und seine Anforderungen scheinen auf einmal wieder ernster und drängender.  - Gesprächsfetzen: "Keinen Bock habe ich ja schon lange nicht mehr."   - Verletzlichkeit einzufordern ist leichter, als sie selbst zuzulassen. Wenn Veretzlichkeit zu zeigen uns bei Anderen nötig und vielleicht auch einfach erscheint, so hat das vielleicht damit zu tun, dass 1. wir nicht das ganze Bild der dahinterliegenden Prozesse und Ängste sehen und 2. die betreffende Info oder das Gefühl, das gezeigt werden soll, für uns leichter und unproblematischer, unbesetzter ist als für die Person selbst.  - Empfindungen von Schönheit sind sehr subjek...