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Woche zwei mit Frau C

Plötzlich konsumiert man wieder Nachrichten wie vorher Chips. Die sogenannte Lügenpresse wird verfolgt und auf das letzte bisschen Neuigkeit ausgequetscht: Wie viele Infizierte sind es nun? Wer hat die härtesten Ausgangsbeschränkungen? Wer hilft wem im internationalen Verbund?

Gleichzeitig mit dem Frühling (hoffentlich!) scheint ein neuer Hunger auf Information erwacht zu sein. Dem Bangen und Fürchten wird versucht, durch möglichst aktuelle News-Happen beizukommen. Ist das der Beginn einer neuen Mündigkeit?

Nichts fasziniert und erschreckt dieser Tage so sehr wie das C-Wort. Es hat unser aller Leben verändert - bei manchen mehr, bei manchen weniger. Worüber machten wir uns vorher Gedanken? Es scheint so fern, manchmal fast nichtig. Urlaube platzen, Existenzen gehen zugrunde. Gleichzeitig beobachte ich in meinem Umfeld eine Entwicklung hin zu mehr Ruhe, Leidenschaften wird endlich Zeit gewidmet und - in meinem Fall - das ungeliebte Telefonieren wieder aufgenommen, um aus der Isolation heraus die Oktopusarme Richtung sozialer Welt auszustrecken.

Die "Krise" fungiert auch als Waage: Welcher Kontakt, welche Freundschaft wiegt schwer genug, um gepflegt und aufrechterhalten zu werden? Ein Telefonat nicht nur zu vereinbaren, sondern auch durchzuführen scheint manchmal eine größere Hürde als ein gemeinsames Bier in der Neustadt. Wenn es dann klappt, wird mir meist ganz warm um das Ding unter der Brust. Welche Kontakte diese Schwere auf die Waage bringen, überrascht mich manchmal.

So lehrt sie uns doch etwas, diese fiese Korinna. Wenn wir es jetzt noch schaffen, das mitzunehmen für die Zeit danach und am besten noch ein paar grundsätzliche Überlegungen zu Kapitalismus, globalisierten Märkten und schier unendlichem Wachstum, dann wäre sie doch für irgendetwas gut gewesen.


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